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Grabs besitzt regional bedeutsame Amphibienzugstellen


Jedes Jahr von Ende Februar bis Ende März ziehen die Grasfrösche zu ihrem Laichplatz im Kiesfang Studen. Seit 2002 schützt ein Amphibienzaun die Tiere, die entlang des Studnerbaches wandern, vor dem Strassenverkehr. Jährlich können zwischen 250 und 550 Individuen gezählt werden. Damit besitzt Grabs eine der vier wichtigsten Amphibien-Zugstellen in der Region Werdenberg.

Der Grasfrosch ist die häufigste Froschart in der Schweiz. Zusammen mit der Erdkröte zählt er zu den Massenwanderern, die jedes Frühjahr in grosser Zahl von ihren vor Frost geschützten Überwinterungsplätzen an die Laichgewässer ziehen. Den Sommer über verbringen sie meist fern der Gewässer. Dann benötigen die Grasfrösche eine abwechslungsreiche Landschaft mit Strukturen wie Gehölzen, Bachböschungen oder naturnahe Gärten, die ihnen ausreichend Deckung bieten.

Hauptzug entlang des Studnerbachs
Die Tiere aus dem Studnerriet und den angrenzenden Quartiergärten wandern am Bachufer entlang unter der Kantonsstrasse hindurch in Richtung Kiesfang. Kurz vor dem Kiesfangauslauf müssen sie seitlich die Böschung hinauf und die Spitalstrasse überqueren. Hier verhindert seit 2002 ein Amphibienzaun das Weiterwandern. Verschiedene Tiere wandern auch aus Richtung des Spitals zu. Aufgrund des regen Verkehrs sind diese Tiere besonders gefährdet. Durch eine der Situation angepasste Geschwindigkeit seitens der Autofahrerinnen und Autofahrer – vor allem bei Regenwetter – liesse sich aber mancher Strassentod vermeiden.

Bei der Rückwanderung sind die Tiere dann sich selber überlassen. Dies gilt auch für die ca. 1 cm grossen Jungfrösche, die im Juni das Gewässer verlassen. Nach zwei bis drei Jahren kehren diese dann zum Ablaichen in ihr Geburtsgewässer zurück.

Grosse Bedeutung als Laichgewässer
Der Studner Kiesfang stellt für die Grasfrösche das einzige grössere Laichgewässer im weiteren Umkreis dar. Dies erklärt auch die starke Anziehungskraft und Zuwanderung. Um hier eine Entlastung zu bieten, hat die Natur- und Umweltkommission der Gemeinde 2008 unterhalb der Siedlung am Studnerbach ein kleines Ersatzbiotop geschaffen. Dieses wurde sehr gut angenommen. Auch im Grabser Riet wurden 2009 zwei kleinere Tümpel erstellt.

Ein Grasfroschweibchen hat ihr Laichgewässer erreicht.



Starke Schwankungen bei der Zuwanderung
Die Zahl der wandernden Tiere schwankt natürlicherweise, insbesondere abhängig von der Witterung von Jahr zu Jahr. So waren 2005 und 2008 «Einbrüche» bei der wandernden Individuenzahl zu beobachten. 2009 waren aber wieder 500 Tiere an der Zugstelle. Langfristig scheint sich der erfreuliche Bestand zu halten. Gemeinsam mit den nicht erfassten Tieren, die hangwärts zuwandern, ist von einer beachtlichen Population im Kiesfang auszugehen.

Häufig können bei der Wanderung zwei sich umklammernde Grasfrösche angetroffen werden. Dabei lässt sich das kleinere Männchen auf dem Rücken des Weibchens zur Zugstelle tragen. Dort warten dann aber bereits die nächsten Männchen, die mit dumpfem Knurren auf sich aufmerksam machen. Grasfrösche besitzen keine äusseren Schallblasen und das Laichgeschäft geht daher im Gegensatz zu anderen Froscharten ziemlich leise vonstatten.

Werkhof und Freiwillige unterhalten die Zugstelle
Der Amphibienzaun wird vom Werkhof der Gemeinde aufgestellt und von freiwilligen Helfern betreut. Die relative Nähe der Zugstelle zu den Schulhäusern macht diese für die Vermittlung von Naturschutzanliegen und Informationen rund um die Amphibien interessant.

 


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