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Hochmoor Gamperfin - Kleinod der Grabser Bergwelt


Hochmoor Gamperfin
Die Hauptarbeiten im Hochmoor Gamperfin konnten im November erfolgreich beendet werden. Der grosse Graben, der seit dem Zweiten Weltkrieg das Hochmoor entwässerte, ist grösstenteils mit Lehm und Torf aufgefüllt. Im noch verbliebenen Grabenstück hat sich eine Wasserfläche gebildet. Damit sind die angestrebtenVor aussetzungen imWasserhaushalt geschaffen und die Vegetation im Hochmoor kann sich regenerieren. Neu wird wie der eine Torfbildung stattfinden und so auch wieder langfristig CO2 eingelagert. Für 2011 sind noch Abschlussarbeiten an kleineren Entwässerungsgräben und am neu geschaffenen Waldweiher im Seewald geplant.

Der grosse Graben, ein Torfstich aus dem Zweiten Weltkrieg, beeinträchtigte durch seine Entwässerungswirkung den Wasserhaushalt des Moores. Die typischen Pflanzenarten verschwanden. Der durch den Luftzutritt bedingte Torfabbau setzte laufend CO2 frei. Da Hochmoore in der Schweiz zu den gefährdetsten Lebensräumen zählen und Grabs mit dem Gamperfin eines der interessantesten Hochmoore der Schweiz besitzt, konnte ein Aufwertungsprojekt lanciert und mit Geldern aus den Konjunkturprogrammen von Bund und Kanton finanziert werden. Daneben unterstützten auch Na turschutzstiftungen und die Gemeinde das Projekt.

Später Start aus Rücksicht auf die Vogelwelt
Aus Rücksicht auf die Tierwelt, vor allem die Brutvögel, starteten die Arbeiten erst Ende Juli. Daraus ergab sich ein relativ enger Zeitplan. Zuerst wurden die Legföhren geschnitten und der verbliebene Torf aus dem grossen Graben entfernt. Dies war notwendig, da die geplante Lehmfüllung nur auf der festen Grundmoräne errichtet werden konnte. Die starke Neigung des Moores in Richtung Skihaus Gamperfin verunmöglichte eine Verfüllung mit dem relativ instabilen Torf. Das schlechte Wetter und grosse Kubaturen führten zu einem unerwarteten Nachrutschen des Torfes in den bereits ausgehobenen Graben. Auch der Werdenberger und Obertoggenburger berichtete darüber. In der Folge wurde eine Projektänderung notwendig und eine temporäre Bau stellenzufahrt von Süden erstellt. Über diese Zufahrt führten nun Kleintransporter und Lastwagen den Lehm von der Abbaustelle im Seewald, oberhalb des Voralpsees. Auf den Moorflächen dienten Baumatratzen aus mit Metall seilen verbundenen Baumstämmen der Schonung des Torfkörpers. Zur Stabilisierung und Verhinderung des Wasserabflusses wurden im grossen Graben mit Baumstämmen drei Holz kästen quer zur Lehm füllung erstellt. Mit weiterem Baufortschritt erfolgte der Antransport di rekt über diesen Lehmriegel. Die Holzkästen und der Lehmriegel wurden anschliessend mit rund 50 cm Torf überschüttet. In diesem Bereich soll sich wieder ein natürliches Wasserregime einstellen und eine hochmoortypische Pflanzengemeinschaft bilden.

Öffentliche Projektvorstellung
Am 12. September wurde das Projekt der Bevölkerung vorgestellt. Rund 30 Interessierte folgten der Einladung der Natur- und Umweltkommission Grabs. Die schweren Baumaschinen und Lastwagen im empfindlichen Moorgebiet führten zu zahlreichen kritischen Fragen. Auch einzelne im Naturschutz Engagierte waren vom Eingriff nicht überzeugt und taten dies mit einem symbolischen Grabstein kund. Vor allem das herrschende Betretungsverbot ist für viele Grabserinnen und Grabser nicht nachvollziehbar.

Torfabtrag und Materialgewinnung vor Ort
Der für die Verfüllung und Abdeckung des Lehmriegels notwendige Torf wurde direkt im Gebiet gewonnen. Bagger entfernten die oberste, belebte Schicht und entnahmen den darunter liegenden Torf. Anschliessend wurde die Fläche wieder mit der Oberschicht abgedeckt. Trotzdem konnten nackte Torfstellen nicht vermieden werden. Dank der Torfgewinnung vor Ort waren keine Lastwagenfahrten aus dem Talgebiet notwendig. Auch das verwendete Baumaterial, wie das Holz für die Holzkästen und Baumatratzen, das Schüttmaterial und der Lehm stammten ebenfalls aus dem Grabser Berggebiet. Als positiver Nebeneffekt wurden dank der Rundholzgewinnung zusätzlich Weideflächen aufgelichtet.

Querdamm verhindert den Abfluss nach Norden
Ein Querdamm mit einem Lehmkern schliesst das nördliche Grabenende im Gebiet Rosshag ab. Dieser erreicht ein etwas höheres Niveau und verhindert den Abfluss des Wassers nach Norden. Im verbliebenen Grabenstück hat sich zwi schen zeitlich eine Wasserfläche gebildet (siehe Foto). Die durch die Torfgewinnung geschaffene Ebene ist stark wassergesättigt und bietet damit gute Rahmenbedingungen für das Wachstum der hochmoortypischen Pflanzenarten. Trotzdem wird die Wiederbesiedlung und damit das Verschwinden der Spuren des Eingriffs noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Eine Erfolgskontrolle wird die Veränderung aufzeigen und die Wirkung der Baumassnahmen dokumentieren.

Kleinere Arbeiten für 2011 vorgesehen
Mit dem Verfüllen des grossen Grabens konnte der Hauptteil der Arbeiten fristgerecht abgeschlossen werden. Es verbleibt noch der Einstau von kleineren Gräben sowie Feinarbeiten vor Ort. Auch die Endgestaltung der Lehmbaustelle beim Seewald ist noch ausstehend. Hier wird ein für Amphibien attraktiver Waldweiher entstehen.

Das Budget konnte trotz der bautechnischen Schwierigkeiten eingehalten werden. Für regionale Firmen ergab sich aus dem Projekt ein erhebliches Auftragsvolumen, ganz im Sinne des Konjunkturprogrammes. Zudem wird die Gemeinde mit dem Kanton nach einer möglichen Lösung für eine allfällige Wegführung zwischen Skihaus und Rosshag suchen. Die rechtliche Ausgangslage erweist sich jedoch aufgrund der strikten Gesetzgebung im Moorschutz als schwierig.
 
Flyer_Gamperfin.pdf (1835.5 kB)

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