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Erfolgreiches Vernetzungsprojekt der Grabser Landwirte



Um dem zunehmenden Verlust an Arten und Landschaftselementen Gegensteuer zu geben, erliess der Bund die Ökoqualitätsverordnung. Damit soll eine Optimierung der ökologischen Aus­gleichselemente bezüglich Qualität und Lebensraumvernetzung erreicht werden. Gleichzeitig werden vermehrt die konkreten Leistungen der Land­wirtschaft für die Erhaltung von Natur und Landschaft honoriert. Zwischenzeitlich wurde dieses Instrument durch eine Erhöhung der finanziellen Beiträge zusätzlich gestärkt.

Auf der Grundlage dieser Ökoqualitätsverordnung ist es möglich, sogenannte Vernetzungsprojekte durchzuführen. Diese zusätzlichen ökologischen Ausgleichsflächen sollen eine Vernetzung der vorhandenen Naturwerte in der Landschaft sicherstellen. Ziel ist eine Optimierung des ökologischen Ausgleichs unter besonderer Berücksichtigung von seltenen und gefährdeten Arten. Die Vernetzung soll das Überleben von Tier- und Pflanzenarten in ihrer ganzen Vielfalt ermöglichen. Gleichzeitig fördert es Strukturelemente, wie z.B. Bäume und Hecken und leistet so auch einen Beitrag an eine attraktive Landschaft. Das Vernetzungsprojekt muss jeweils vom Kanton genehmigt werden.

Landwirte sind Träger des Projektes
Die Landwirte vom Studner- und Grabserberg haben sich 2009 entschlossen, ein solches Vernetzungsprojekt zu erarbeiten und eine Projektgruppe unter dem Vorsitz von Andreas Schlegel, Grabserberg, bestimmt. Mitinitiiert wurde das Projekt von der Natur- und Umweltkommission (NUK). Bund, Kanton und die Gemeinde unterstützten das Vorhaben finanziell. Das Büro für Räumliche Entwicklung und Natur (RENAT) in Buchs bearbeitete das Projekt fachlich.

Erfolgreiche Erarbeitung dank guter Zusammenarbeit
Im Sommer 2009 wurden nach einer Aufnahme der bestehenden ökologischen Ausgleichsflächen die Ziel- und Leitarten bestimmt, denen die angestrebte Vernetzung zugute kommen soll. Hierzu gehören verschiedene Vogelarten, wie z.B. der auf Hecken angewiesene Neuntöter oder der in Obstgärten lebende Gartenrotschwanz. Daneben sollten auch gefährdete Schmetterlingsarten der Feuchtgebiete profitieren.

Auf der Grundlage dieser Erhebungen wurden Massnahmenvorschläge für die Vernetzung erarbeitet und im Rahmen von drei Abendveranstaltungen intensiv mit den Landwirten diskutiert. Zusammen mit der Projektgruppe konnten die Massnahmen anschliessend definitiv festgelegt und das Projekt Anfang 2010 beim Kanton eingereicht werden.

Umfangreiche Massnahmen geplant
Der Grabserberg weist bereits heute einen hohen Anteil an ökologischen Ausgleichsflächen auf. Besonders wertvoll sind die ausgedehnten Streueflächen, die grösstenteils nationale Bedeutung erlangt haben. Diese Flächen werden durch die Landwirte kleintierschonend mit dem Messerbalken geschnitten. Neu wird auch etwas Streue als Deckung über den Winter stehengelassen. 

Ungedüngte Weiden und Wiesen schaffen neue Lebensräume und bilden wichtige Trittsteine in der intensiver genutzten Landschaft. Insbesondere in Verbindung mit Waldrändern oder Gewässern finden hier viele Tierarten Deckung oder Nahrung. An verschiedenen Waldrändern und Bachböschungen konnten Extensivwiesenstreifen ausgeschieden werden. Einzelne Waldränder sollen in den nächsten Jahren aufgewertet werden. An den unteren Hanglagen wird der landschaftlich wichtige Streuobstbestand gestärkt. 

Das Vernetzungsprojekt schafft so auf verschiedenen Ebenen neue Lebensräume und Landschaftsqualitäten. Gesamthaft kommen rund 24 Hektaren neue ökologische Ausgleichsflächen zu den bestehenden 220 Hektaren. Damit nimmt der Anteil des ökologischen Ausgleichs im Projektgebiet von heute 22 % auf neu 25 % zu, womit ein sehr hoher Prozentsatz erreicht wird.

Auf sechs Jahre angelegt
Mit diesen zusätzlichen Flächen leisten die Landwirte einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Naturvielfalt und der landschaftlichen Attraktivität. Gleichzeitig entschädigt das Vernetzungsprojekt die Landwirte für die von ihnen unterhaltenen Naturwerte und die damit verbundene Arbeitsleistung. Das Vernetzungsprojekt ist auf sechs Jahre angelegt. Dann wird eine Bilanz über den Erfolg hinsichtlich der Ziel- und Leitarten erstellt. Zudem besteht die Möglichkeit für eine Verlängerung um weitere sechs Jahre.

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