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Energiestadt Grabs

Hohe Lebensqualität heute und in Zukunft

Die Gemeinde Grabs engagiert sich für den Erhalt der hohen Lebensqualität, den die Einwohner heute hier geniessen können. Dazu gehört der sorgsame Umgang mit unserer Umwelt, mit den vorhandenen Ressourcen und der Schutz vor Gefahren, wie sie zum Beispiel aktuell durch die Klimaveränderungen hervorgerufen werden. Seit 2010 trägt Grabs das Label Energiestadt, eine Auszeichnung für Städte und Gemeinden mit besonders vorbildlicher Energie- und Klimapolitik. Mit der Re-Zertifizierung im Jahr 2019 ist die Gemeinde in die «Gold-Liga» aufgestiegen, denn mit einer Bewertung von 77% wurden die Anforderungen für das höchste Label Energiestadt Gold erfüllt. Mit ihrer Energiepolitik leistet Grabs einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie 2050.

Erneuerbare Energie aus Grabs Dank Wasserkraft, Photovoltaik, Holz und Fernwärme

Die Menschheit verbraucht im weltweiten Schnitt deutlich mehr Ressourcen, als langfristig für unseren Planeten erträglich ist. Die Folgen sind bereits heute spürbar, zum Beispiel als Rückgang der Biodiversität, Artensterben, Klimaerwärmung und zunehmende Naturkatastrophen. Unsere Energieversorgung basiert heute noch zum grossen Teil auf der Verbrennung fossiler Energieträger, was mit schädlichen Emissionen verbunden ist und zur Klimaerwärmung beiträgt. Die Energieversorgung der Zukunft ist erneuerbar. Auf dem Gemeindegebiet können heute rund 26% des benötigten Stroms selbst produziert werden. Dazu tragen die Wasserkraftwerke der Technischen Betriebe Grabs massgeblich bei sowie eine zunehmende Anzahl von Photovoltaikanlagen. Die Technischen Betriebe Grabs sorgen ausserdem für exzellentes Trinkwasser, das hauptsächlich aus Grabser Quellen stammt.

Auch die Wärmeversorgung ist in den vergangenen Jahren bedeutend umweltfreundlicher geworden. Das Fernwärmenetz des Vereins für Abfallentsorgung VfA Buchs wurde stark ausgebaut und zahlreiche Öl- und Gasheizungen durch Anschlüsse an die Fernwärme der Kehrichtverbrennungsanlage ersetzt. Traditionell bedeutend ist Holz als Energieträger. Die Gemeinde Grabs ist die grösste Waldbesitzerin im Kanton St. Gallen, entsprechend viele Holzheizungen sind auf dem Gemeindegebiet installiert. Die Forstgemeinde GRABUS bewirtschaftet die Wälder nachhaltig und ökologisch und verkauft Energieholz.

Verkehrstechnisch gut angebunden

Grabs ist gut an den öffentlichen Verkehr angebunden. Linienbusse fahren im Halbstundentakt und zu Stosszeiten öfter. In einer Viertelstunde ist man am Bahnhof Buchs, wo Zuglinien nach St. Gallen, Zürich, Chur und über Feldkirch, Wien direkt nach Budapest führen. In die Gemeinden des Fürstentums Liechtenstein gelangt man über den Bahnhof Buchs mit Linienbussen.

Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf und Freizeitaktivitäten sind zu Fuss oder mit dem Velo bequem zu erreichen.

Grosses Potenzial besteht im Bereich motorisierten Individualverkehr. Bei Fahrzeugen dominieren noch immer Antriebe auf Basis fossiler Energieträger.

Lokales Gewerbe und Industrie

Auf dem Gemeindegebiet sind zahlreiche Unternehmen angesiedelt, die attraktive Arbeitsplätze bieten. Der grösste Arbeitgeber ist das Spital Grabs. Gewerbe und Industriebetriebe benötigen natürlich auch Ressourcen. Die grössten Unternehmen haben Zielvereinbarungen zum Energiesparen und zur Reduktion von Treibhausgasemissionen abgeschlossen. Dachflächen und Fassaden werden für die Produktion von Photovoltaik-Strom genutzt.

Vorbildlicher Gebäudestandard

Grosse Einsparpotenziale für Wärmeenergie gibt es bei Gebäuden. Während die heutigen gesetzlichen Bestimmungen zu sehr gut gedämmten Neubauten führen, gibt es bei bestehenden Gebäuden Verbesserungspotenzial. Die Gemeinde Grabs erstellt und bewirtschaftet gemeindeeigene Gebäude nach dem Gebäudestandard der Energiestadt. Die Kindergärten Unterdorf und Quader verbrauchen sehr wenig Energie, da sie nach den Standards Minergie-P bzw. Minergie-P-ECO errichtet wurden. Der Erweiterungsbau des Stütlihauses ist Minergie-P-ECO zertifiziert, ausserdem kam einheimisches Holz zum Einsatz. Auch ältere Gebäude können bezüglich Energieverbrauch sehr gut dastehen, wenn die Wärmedämmung nachträglich verbessert, die Wärmeerzeugung auf erneuerbare Energie umgestellt und vor allem auch das Gebäude gut bewirtschaftet wird. Ein Beispiel dafür ist das Schulhaus Feld, das als älteres Gebäude bezüglich Energieverbrauch mit Neubauten mithalten kann.

Mit ihrem Förderprogramm unterstützt die Gemeinde Grabs energieeffiziente Neubauten, Sanierungen und den Einsatz erneuerbarer Energie.

Wasserkraft, Energiepfad und Energiewerkstatt

Die Nutzung erneuerbarer Energie hat eine Jahrhunderte lange Tradition in Grabs. Auf einem Rundgang am Grabser Mühlbach kann man sich davon überzeugen. Zu seinen Spitzenzeiten profitierten über 20 Betriebe von der Anlage. Seit 1927 wird das Wasser auch zur Erzeugung von Strom genutzt.

Nach dem Motto: «Tue Gutes und erzähle davon!» hatte die Energiekommission Grabs 2017 die Idee, einen Energielehrpfad auf dem Gemeindegebiet einzurichten. Der Energiepfad Grabs zeigt interaktiv die Errungenschaften in der Gemeinde bezüglich Energieeffizienz und erneuerbarer Energien. Zusätzlich wurden Schautafeln an öffentlichen Gebäuden und Objekten angebracht, Führungen können gebucht werden. Seit 2019 ergänzt die Energiewerkstatt den Energiepfad. Verschiedene Modelle bringen auf anschauliche Weise näher, wie Energie «funktioniert». Die Energiewerkstatt richtet sich an Schulen und an die Energiethemen interessierte Bevölkerung.

Energiepolitische Grundsätze und Ziele bis 2035

Nachhaltig ist nur ein Lebensstil, der die Belastungsgrenzen der Erde nicht übersteigt. Die Gemeinde Grabs setzt sich dafür ein und richtet ihre Politik nach folgenden Grundsätzen und Zielen aus:

  1. Wir streben ein hohes Mass an Wohn- und Lebensqualität an.
  2. Wir bewahren und fördern die Anziehungskraft und Attraktivität unserer Gemeinde als Arbeits- und Wohnort - Grabs soll nicht quantitativ, sondern qualitativ wachsen.
  3. Wir setzen allen daran, unseren intakten natürlichen Lebensraum zu erhalten.
  4. Wir sensibilisieren mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit, Aktionen und Programmen die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Landwirtschaft zu einem schonungsvollen nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt.
  5. Wir unterstützen bewusst die Erhaltung und die Förderung kommunaler und regionaler Erholungsräume.
  6. Wir erhalten die hohe Versorgungssicherheit von Energie und Wasser. Zudem fördern wir vermehrt alternative Energien und Sparprogramme.
  7. Wir unterstützen mit einer geeigneten Infrastruktur die getrennte Sammlung von Abfällen und verstärken das Umweltbewusstsein durch eine regelmässige Öffentlichkeitsarbeit.
  8. Wir sorgen für sichere Schulwege.
  9. Wir setzen uns für eine gute Versorgung der Gemeinde durch den öffentlichen Verkehr ein.
  10. Die Gemeinde Grabs macht sich auf den Weg Richtung 2'000-Watt-Gesellschaft.

Konkrete Ziele für das gesamte Gemeindegebiet:

  1. Die Gemeinde bekennt sich zur 2'000-Watt-Gesellschaft und verfolgt einen Absenkpfad. Die nach 2'000-Watt-Berechnung ermittelte Dauerleistung von ca. 3'500 Watt pro Einwohner (Stand 2017) soll bis 2035 auf 3'200 Watt pro Einwohner reduziert werden. Die jährlichen Treibhausgasemissionen sollen von 4.5 t CO2-eq. (Stand 2017) pro Einwohner bis 2035 auf 3.8 t CO2-eq. pro Einwohner gesenkt werden.
  2. Wärmeenergie: Der Anteil an erneuerbaren Energien im Bereich Wärmeenergie (Prozesswärme, Raumwärme und Warmwasser) soll bis 2035 von 67% (Stand 2017) auf 90% erhöht werden.
    1. Die spezifische Kennzahl Wärme Wohnen soll bis 2035 von 8.0 MWh pro Einwohner (Stand 2017) auf 6.0 MWh pro Einwohner gesenkt werden.
    2. Die spezifische Kennzahl Wärme nicht Wohnen soll bis 2035 von 6.9 MWh pro Arbeitsplatz (Stand 2017) auf 6.2 MWh pro Arbeitsplatz gesenkt werden.
  3. Elektrizität: Der erneuerbare Anteil am Strommix der Gemeinde soll bis 2035 von 74% (Stand 2017) auf 90% erhöht werden.
    1. Die spezifische Kennzahl Strom für Wohnen soll bis 2035 von 2.1 MWh pro Einwohner (Stand 2017) auf 1.9 MWh pro Einwohner gesenkt werden.
    2. Die spezifische Kennzahl Strom nicht Wohnen soll bis 2035 von 5.0 MWh pro Arbeitsplatz (Stand 2012) auf 4.5 MWh pro Arbeitsplatz gesenkt werden.
  4. Mobilität: Die Gemeinde unterstützt aktiv ÖV, Langsamverkehr und andere Formen ökologischer Mobilität.
    1. Durch Bewusstseinsförderung soll die Anzahl Personenwagen pro Einwohner von 0.56 (Stand 2017) bis 2035 auf 0.50 PW pro Einwohner gesenkt werden.
  5. Wasser: Der Anteil nicht gemessener Wassermengen soll von 22.5% (Stand 2017) bis 2035 auf 8% reduziert werden.
    1. Der spezifische Wasserverbrauch für Wohnen soll von 55 m3 pro Einwohner (Stand 2017) bis 2035 auf 48 m3 pro Einwohner gesenkt werden.
    2. Der spezifische Wasserverbrauch für nicht Wohnen soll von 58 m3 pro Arbeitsplatz (Stand 2017) bis 2035 auf 50 m3 pro Arbeitsplatz gesenkt werden.
  6. Das attraktive Förderprogramm für Energieeffizienz und erneuerbare Energien wird beibehalten.
  7. Die Produktion von erneuerbarem Strom auf dem Gemeindegebiet soll von 8'893 MWh (Stand 2017, mit Eigenverbrauch) bis 2035 auf 11'600 MWh gesteigert werden.

Konkrete Ziele für gemeindeeigene Gebäude und Anlagen:

  1. Die Gemeinde ist bestrebt, ihre Bauten energie- und umweltgerecht zu erstellen. Aus diesem Grund verpflichtet sich die Gemeinde, ihre Bauten gemäss dem Gebäudestandard 2015 zu erstellen und zu bewirtschaften.
  2. Die Energieeffizienz Wärme (Warmwasser und Raumheizung) soll bis 2035 von 95 kWh/m2 (Stand 2018) auf 85 kWh/mreduziert werden (-10%).
  3. Der erneuerbare Energieanteil Wärme soll bis 2035 auf 51% (Stand 2018) gehalten werden.
  4. Die Energieeffizienz Elektrizität soll bis 2035 von 37 kWh/m2 (Stand 2018) auf 34 kWh/m2 reduziert werden (-8%).
  5. Der erneuerbare Energieanteil Elektrizität soll bei 100% (Stand 2018) gehalten werden. Der Anteil naturemade star zertifizierter Strom bzw. Strom aus Photovoltaik soll bei 65% (Stand 2018) gehalten oder gesteigert werden.
  6. Die Effizienz Wasser soll von 485 l/m2 (Stand 2018) bis 2035 auf 450 l/m2 (-7%) gesenkt werden.
  7. Die spezifischen Treibhausgasemissionen sollen bis 2035 bei 3 kg/m2 (Stand 2018) gehalten werden.
  8. Die spezifische Kennzahl Elektrizität für öffentliche Beleuchtung soll bei 5.1 MWh/km (Stand 2018) gehalten oder weiter gesenkt werden.
  9. Beschaffungen erfolgen nach den ökologischen Kriterien in der vom Gemeinderat beschlossenen Beschaffungsrichtlinie.
  10. Die Gemeinde übernimmt eine Vorbildfunktion bezüglich Mobilität in der Gemeindeverwaltung (ÖV-Nutzung, Car-Sharing, Parkplatzbewirtschaftung, Elektro-Velos etc.).

Bemerkung: Die spezifischen Kennzahlen für Gebäude beziehen sich auf die m2 Energiebezugsfläche

Zugehörige Objekte

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